organisierte Stromverschwendung und Alternativen zum ZSK

Ein Kommentar von Dr. Dipl.Ing Walter Felber:

Diese Aufnahme einer Stromheizung stammt aus einem Grazer
Szenelokal in einem Neubau (40 Jahre) inmitten dichter Bebauung.
Im Raum ist gelegentlich eine identische zweite Stromheizung in Betrieb.

Die organisierte Stromvergeudung wird durch die neue ESTAG – Kampagne
„Wir schenken Ihnen 6 Monate ihrer Stromgebühren“ be- und gefördert, die
Stromvergeudung wird somit organisiert (Vergeudungs“bonus“).
Offenbar soll damit ein neues Murkraftwerk erpreßt werden.
Der durch Stromheizungen organisierte Winterstromverbrauch
aus Wasserkraft ist daher „böser Murstrom“.

16,5 % aller Grazer Haushalte, d.s. ca. 22.000 Haushalte, werden mit Strom beheizt.
Bei 7,97 KW Stromverbrauch pro durchschnittlichem Haushalt am kältesten Jännertag
(ESTAG – Aussendung) bedeuten 1 MWel. erzeugten Winterstroms daher nur
125 versorgte Haushalte, davon 5,5 KW für die Elektroheizung, d.s. 78 % .
Bei 1,4 MWel. erzeugten Murstroms des Raums Graz erbringt die Mur am
kältesten Jännertag somit nur 125 x 1,4 = Versorgungsleistung für 170 Haushalte.
An allen 3 Wintermonaten 15.11. bis 15.2. sind es durchschnittlich 4 MWel.
oder ca. 480 Stromheizungshaushalte eines einzigen Murkraftwerks.

Denen gegenüber stehen aber 22.000 Grazer Haushalte mit Stromheizungen .
Der künstlich erzeugte Bedarf der ESTAG – Graz – Energie – Stromheizungspolitik.
Und würden allein in der Stadt Graz soviel Energie in den 3 Wintermonaten verbrauchen,
wie 46 Murkraftwerke produzieren könnten.

Ein Stromheizungsverbot ab sofort und ein Umrüstungsprogramm von bestehenden
Stromheizungen auf Nahwärme aus verfügbarer Abwärme in den nächsten 10 Jahren
das sie für heute über 10.000, späterhin für 15.000 Haushalte endlich nutzbar macht
sowie die Installierung von 3 – 5 Heißwasserzentralen
(Nord/Weinzödl, Mitte/Puchstraße (teilrealisiert), Süd/Puntigamerbrücke u.w.) aus
Energiemix aus erheblichem Abwärmeanteil und teilsolarer Unterstützung
liegt daher nahe.

Für die Leistung des WKW Puntigam und den Bau des Zentralen Speicherkanals
sollen 184 Mio € Errichtungskosten aufgewendet werden, darunter 84 Mio € allein
für den Zentralen Speicherkanal (GR-Beschluß vom September 2016).
Dessen Erfordernis für überlaufende Starkregenwässer aus dem Mischkanalsystem
entsteht überhaupt erst durch den Kraftwerksbau des WKW Puntigam .
Die Murkraftwerksgegner plädieren gegenteilig auf Einzelerfassung der Überlaufswässer
der 8 Kanäle des Kanalsystems zur Vorreinigung zu
je 1000 m³ Fassungsraum bto. /600 m³ nto. vor dem Vorfluter statt des
Zentralen Speicherkanals. Deren Kosten belaufen sich insgesamt auf nur 2 Mio €,
das ist ein Zweiundvierzigstel (!) der vorgelegten Kosten des Zentralen Speicherkanals.
Damit liegt ein eklatanter Fall von laesis enormis (Unterschreitung der Hälfte des wahren
Wertes nach ABGB) vor. Danach ist jeder eingeklagte Vertrag rechtsungültig,
und wegen der offenbaren Begünstigung bestimmter Kreise und der Gefahr von
Kickbacks ein Fall für die Korruptionsstaatsanwaltschaft.

In Graz stehen Grüne, KPÖ und „Piraten und Unabhängige“ sowie Neos
dem Murkraftwerk negativ gegenüber.
„Piraten und Unabhängige“ fordern als Gegenmaßnahme die Umrüstung
von 10.000 der 22.000 Grazer Stromheizungen vorrangig auf Nahwärme industrieller
Abwärme- sowie Fernwärme innerhalb der nächsten 10 Jahre.
ÖVP, SPÖ und FPÖ befürworten dagegen das WKW Puntigam..

Aus der Zellstoff- und Papierfabrik SAPPI stehen derzeit 20 MW ungenutzter
Abwärme in Vorlauftemperaturqualität für die Raumheizung zur Verfügung,
nach der Produktionsausweitung 52 MW.
Aus der Gasverdichterstation Werndorf stehen derzeit 40 MW schlecht / ungenutzter
Abwärme zur Verfügung.

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